Wasser – Gedanken aus der Sicht eines “Ich”
Ich sitze auf dem Steg und starre auf die ruhige See. Der Horizont färbt sich bereits rot. Der goldene Sonnenball ist so gut wie verschwunden. Das Wasser bewegt sich kaum, doch es ist kalt. Die Kälte hat schon meine Beine ergriffen, doch ich habe keine Lust, sie aus dem Wasser zu ziehen. Noch nicht. Ein leichter Wind kommt über das Meer und treibt mir ein paar Tränen ins Gesicht. Für einen Sommerabend ist die Luft schon ziemlich kalt. Der Herbst will also nicht mehr lange auf sich warten lassen. Schade. Dann würde es auch bald wieder Winter sein. Winter. Schnee. Eis.
Ich blinzle kurz. Wasser. Eis. Dampf. Schnee. Schon witzig. Alles sieht so unterschiedlich aus und letztendlich ist es doch alles ein und dasselbe. Wasser. Das feuchte Zeug, was gerade kalt um meine Beine schwappt. Die Tropfen, die ihm Frühling und Herbst vom Himmel fallen. Die feinen Sterne und Kristalle, die im Winter hinunter auf die Erde schweben.
Als ich so über das Wasser und die Jahreszeiten nachdenke, fällt mir ein skurriler Unterschied auf. Was heißt Wasser? Gefahr und Ruhe. Leben und Tod. Gänzlich verschiedene Dinge und doch sind sie auf ein Element zurückzuführen. Ohne Wasser können wir nicht leben. Ohne diese Flüssigkeit wären wir nicht einmal entstanden! Wie oft wird einem in Biologie, Geografie oder Geschichte erzählt, was aus dem Wasser alles entstanden ist? Ohne Wasser geht es eben nicht. Es schenkt uns Leben. Es erhält unser Sein. Doch es kann es uns auch wieder nehmen. Wie oft sind Menschen schon ertrunken?
Ich muss lächeln. Manchmal haben es Fische eben leichter. Oder hat einer schon mal gelesen: „Fisch in der Ostsee ertrunken“?












